Raiffeisen KMU PMI (Konjunkturindikator)

Unternehmensstimmung weiter auf hohem Niveau

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Die Industrie ist zwar weiterhin mit Lieferverzögerungen und gestiegenen Produktionskosten konfrontiert. Auf der anderen Seite sorgt die hohe Nachfrage aber für volle Auftragsbücher und damit auch eine positive Unternehmensstimmung. Der Raiffeisen KMU PMI ist im April von 58.0 auf 59.1 gestiegen.

 

«Trotz der weltweit angespannten Lage im Bereich der Güterversorgung sind unsere Auftragsbücher gut gefüllt», sagt der Geschäftsführer eines Elektronikunternehmens aus Obwalden und gibt damit exemplarisch die aktuelle Lage im verarbeitenden Gewerbe wieder. Denn die Nachfrage nach Schweizer Industrieprodukten ist nach wie vor robust, weshalb die Unternehmensstimmung weiter positiv ausfällt. So ist der Raiffeisen KMU PMI im April von 58.0 auf 59.1 nochmals leicht gestiegen. Der Auftragsbestand hat letzten Monat sogar so stark zugenommen wie seit über einem halben Jahr nicht mehr. Die Produktion konnte allerdings wegen den anhalten-den Beschaffungsproblemen bei Vorprodukten nicht mithalten. Die entsprechende Komponente verringerte sich im April von 59.1 auf 56.7 Punkte. Das Produktionsvolumen legte also zwar erneut zu, aber weniger deutlich als im Vormonat.

Noch zu Beginn des Jahres gab es Anzeichen für eine Entspannung der Lieferkettenprobleme. Mit dem Krieg in der Ukraine und den drakonischen Corona-Massnahmen in China haben sich die Hoffnungen auf eine baldige Normalisierung aber in Luft aufgelöst.  «Wir müssen uns wohl oder übel noch auf eine längere Durststrecke in Sachen Lieferketten mit langen Lieferzeiten und höheren Kosten einstellen», befürchtet deshalb, wie viele andere auch, der Geschäftsführer eines KMU aus dem Unteren Baselbiet, das Präzisionsinstrumente herstellt.

Die langen Lieferzeiten und die gestiegenen Beschaffungs- und Produktionskosten nagen zweifelsohne an der Gewinnmarge. Für den Geschäftsverlauf ist aber primär die Nachfrage und die Auftragslage entscheidend. Die Schweizer Industrie ist deshalb bisher gut durch die Lieferketten-Krise manövriert. Zuletzt sind die Abwärtsrisiken für die Weltwirtschaft aber deutlich gestiegen. In der Schweiz bleibt das Risiko einer Stagflation zwar eher gering, in den meisten anderen europäischen Staaten droht die hohe Inflation aber auch die Konjunktur und damit auch die Nachfrage nach Schweizer Industrieprodukten in Mitleidenschaft zu ziehen.

links: Raiffeisen KMU PMI April  2022 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

links: Raiffeisen KMU PMI April 2022 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

 

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)

 

Dez 21 Jan 22 Feb 22 Mär 22 Apr 22

Gesamtindex

55.9

47.4

56.7

58.0

59.1

Auftragsbestand

58.0

46.3

57.7

55.9

60.9

Produktion

52.2

42.3

53.9

59.1

56.7

Beschäftigung

51.5

46.2

50.8

52.9

55.1

Lieferfristen

68.1

56.8

68.0

67.9

68.1

Einkaufslager

49.3

52.2

55.5

57.4

54.4


50 = Wachstumsschwelle

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Raiffeisen-Ökonom Domagoj Arapovic

Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz
Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

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