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Anzeichen für eine mögliche Trendwende

Der Raiffeisen KMU PMI ist im Februar auf den höchsten Stand seit 2022 gestiegen. Die Exportnachfrage aus Europa hat zugenommen, und erstmals bestehen berechtigte Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Industriekrise.

02.03.2026

Der Raiffeisen KMU PMI ist im Februar von 50.2 auf 53.5 Punkte gestiegen und erreicht damit den höchsten Stand seit 2022. Besonders die exportorientierten KMU melden eine deutliche Verbesserung der Geschäftslage. Die globale Industriekonjunktur hat in den vergangenen Monaten wieder an Fahrt gewonnen. Zudem gibt es Hinweise, dass nach vier Jahren auch die deutsche Industrie wieder wächst. Die Schweizer KMU profitieren entsprechend von einer höheren Bestelltätigkeit. Die Auftragskomponente kletterte im Februar von 50.8 auf 55.6 Punkte und leistete damit den grössten Beitrag zum Anstieg des PMI. Mit der verbesserten Auftragslage nahm auch das Produktionsvolumen zu und stieg von 52.3 auf 55.0 Punkte. Ein weiteres positives Signal ist, dass die KMU ihre Einkaufslager wieder aufstocken. Die entsprechende Komponente verbesserte sich im Februar von 50.9 auf 53.0 Punkte. Zudem ist die Beschäftigungskomponente nicht länger rückläufig: Nach vier Monaten im Kontraktionsbereich überschritt sie wieder die 50‑Punkte‑Marke.

Der Entscheid des Obersten Gerichtshofs der USA, die Notstandszölle der Regierung Trump für rechtswidrig zu erklären, fiel erst gegen Ende des Erhebungszeitraums und kann den kräftigen Anstieg des PMI im Februar daher nicht erklären. Bei den von Raiffeisen befragten KMU, die im US-Geschäft tätig sind, ist die Geschäftslage weiterhin unterdurchschnittlich. Ihr Auftragsbestand verharrte im Februar auf dem Vormonatsniveau, während die Beschäftigung rückläufig war. Die Zollbelastung dürfte zudem vorerst unverändert bleiben. Denn die US-Regierung hat die Zölle bereits auf eine neue Rechtsgrundlage gestellt und strebt einen globalen Zollsatz von 15% an. Diese Massnahme ist zwar zeitlich auf 150 Tage begrenzt. Präsident Trump hat aber noch andere rechtliche Möglichkeiten, um schliesslich wieder flexible und zeitlich unbegrenzte Zölle auf Länderebene einzuführen.

Der entscheidende Treiber des PMI-Anstiegs im Februar war vielmehr die Erholung in Europa, insbesondere in Deutschland. Die Investitionsoffensive der deutschen Koalitionsregierung verleiht der Industrie nach einer langen Rezessionsphase erstmals wieder neue Impulse. Das Programm läuft jedoch nur schleppend an und zunächst profitiert vor allem die Rüstungsindustrie. Daher ist kurzfristig nicht davon auszugehen, dass die deutsche Industrie stark an Dynamik gewinnt oder der KMU PMI erneut ähnlich kräftig zulegt. Dennoch bestehen erstmals seit knapp vier Jahren berechtigte Hoffnungen auf ein Ende der Industriekrise. Wenn die Nachfrageerholung anhält, besteht einiges Aufholpotenzial, da die Produktionskapazitäten seit einiger Zeit unterausgelastet sind. Wie eine Sonderumfrage von Raiffeisen zeigt, sind die Produktionskapazitäten bei etwa jedem zweiten Exportunternehmen zu wenig ausgelastet. Viele KMU blicken aber mit Zuversicht in die nähere Zukunft: Mehr als die Hälfte der Exportunternehmen erwartet in den nächsten drei Monaten eine steigende Auslastung, während nur rund 15% mit einem weiteren Rückgang rechnen.

Wie beurteilen Sie derzeit die Kapazitätsauslastung Ihres Unternehmens?

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Wie erwarten Sie, dass sich die Kapazitätsauslastung Ihres KMU in den kommenden drei Monaten entwickeln wird?

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Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)

 

Feb 26Jan 26Dez 25Nov 25Okt 25
Gesamtindex

53,5

50,2

49,4

50,3

50,2
Auftragsbestand

55,6

50,8

49,6

51,6

50,0
Produktion

55,0

52,3

49,9

50,4

53,0
Beschäftigung

51,0

46,5

49,5

49,4

48,3
Lieferfristen

50,2

50,1

49,7

51,6

51,2
Einkaufslager

53,0

50,9

46,8

46,0

45,6

50 = Wachstumsschwelle

Domagoj Arapovic

Domagoj Arapovic

Senior Economist Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

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