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KMU setzen auf neue Märkte und Effizienz

Der Raiffeisen KMU PMI ist im Januar leicht gestiegen, getragen von einer besseren Stimmung bei den Exportunternehmen. In Europa stagniert die Industriekonjunktur aber weiterhin. Die Schweizer KMU richten ihren Blick deshalb auf neue Märkte und Massnahmen zur Effizienzsteigerung.

02.02.2026

Der Raiffeisen KMU PMI ist im Januar von 49.4 auf 50.2 Punkte gestiegen und hat damit die Wachstumsschwelle von 50 Punkten wieder überschritten. Dies signalisiert eine leichte Expansion der Geschäftsaktivität gegenüber Dezember. Auf unbereinigter Basis sind die meisten Komponenten zwar zurückgegangen; da das üblicherweise ausgeprägte Januarloch dieses Jahr jedoch weniger stark ausfiel, erhöhte sich der Gesamtindex dennoch. Saisonal bereinigt legten vier der fünf Komponenten zu und notieren wieder über der 50er‑Marke. Am deutlichsten verbesserte sich die Einschätzung zu den Einkaufslagern, die von 46.8 auf 50.9 Punkte stieg. Auch das Produktionsvolumen (von 49.9 auf 52.3) und der Auftragsbestand (von 49.6 auf 50.8) legten spürbar zu. Die Einschätzung zu den Lieferfristen hellte sich ebenfalls auf, wenn auch nur moderat, von 49.7 auf 50.1 Punkte.

Anders als in den Vormonaten stammt die jüngste Verbesserung der Komponenten vorwiegend von exportorientierten KMU, während die auf den Binnenmarkt fokussierten Betriebe kaum Impulse lieferten. Einzig die Beschäftigung entwickelte sich auch bei den exportorientierten Unternehmen schwach; die entsprechende Komponente fiel daher von 49.5 auf 46.5 Punkte.

Im Oktober nannten die von Raiffeisen befragten KMU die schwache Konjunkturlage und fehlende Aufträge als dringlichstes Problem. Seither hat sich die Auftragslage zwar etwas verbessert, nicht zuletzt aufgrund der Reduktion des US‑Zolls von 39% auf 15%. Die europäische Industriekonjunktur steckt jedoch weiterhin in der Stagnation. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex für die Eurozone ist im Januar zwar von 48.8 auf 49.4 gestiegen, blieb damit aber unter der Wachstumsschwelle. Auch die Auftragslage in der europäischen Industrie zeichnet ein schwaches Bild: Zwar verbesserte sich die Einschätzung zu den Neuaufträgen von 47.9 auf 49.9 Punkte, doch die Komponente zum Auftragsbestand fiel von 47.8 auf 47.2 und signalisiert somit weiteren Abwärtsdruck.

Im Januar hat Raiffeisen die KMU dazu befragt, wie sie die Herausforderungen angehen und welche Massnahmen zu Jahresbeginn am stärksten im Vordergrund stehen. Bei den exportorientierten Unternehmen steht die Expansion in neue Absatzmärkte an erster Stelle, insbesondere bei den KMU mit US-Geschäft. Ein Drittel bzw. knapp die Hälfte nennt dies als wichtigste Massnahme (siehe Grafik). Bei den inlandorientierten Unternehmen dominieren hingegen Effizienzsteigerungen und Kostenoptimierungen. Rund 30% bezeichnen dies als ihre dringendste Massnahme. Trotz des ausgeprägten Kostenbewusstseins gibt es jedoch kaum Pläne für einen Beschäftigungsabbau. Die Anpassung des Personalbestands rangiert erst an fünfter Stelle und wird nur von etwa jedem zehnten KMU als dringlichste Massnahme genannt. Somit sehen wir gute Chancen, dass sich auch die Beschäftigungskomponente des Raiffeisen KMU-PMI bald wieder stabilisiert.

Welche betriebliche Massnahme steht zu Jahresbeginn bei Ihrem Unternehmen am stärksten im Vordergrund?

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Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)

 

Jan 26Dez 25Nov 25Okt 25Sep 25
Gesamtindex

50,2

49,4

50,3

50,2

50,5

Auftragsbestand

50,8

49,6

51,6

50,0

52,6

Produktion

52,3

49,9

50,4

53,0

50,5

Beschäftigung

46,5

49,5

49,4

48,3

51,1

Lieferfristen

50,1

49,7

51,6

51,2

47,0

Einkaufslager

50,9

46,8

46,0

45,6

48,7

50 = Wachstumsschwelle

Domagoj Arapovic

Domagoj Arapovic

Senior Economist Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

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