Raiffeisen KMU PMI (Konjunkturindikator)

KMU stärker von Lieferproblemen betroffen

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Das Wachstum bei den KMU hält an, die Dynamik hat sich zuletzt aber deutlich abgeschwächt. Der Raiffeisen KMU PMI ist im August zum dritten Mal in Folge gesunken. KMU bekunden mehr Mühe, die benötigten Vorprodukte zu beschaffen als Grossunternehmen.

 

Die KMU aus der Schweizer Industrie sind nach wie vor auf Expansionskurs. Zuletzt hat sich die Wachstumsdynamik aber erneut abgeschwächt. Das zeigt der Raiffeisen KMU PMI Index, der im August von 59.6 auf 56.6 Punkte fiel. Insbesondere das Produktionsvolumen wuchs nicht mehr so stark, der entsprechende Subindex verringerte sich von 58.0 auf 51.5 Punkte. Ein grosser Teil dieser Verlangsamung ist zwar auf die Sommerferien zurückzuführen, aber auch die anhaltenden Lieferprobleme bei Vorprodukten halten die Produktion zurück. «Hätten wir die fehlenden Teile, könnten wir noch viel mehr produzieren und ausliefern» sagt der Geschäftsführer eines grossen KMU aus dem Rheintal, das Präzisionsinstrumente herstellt. Damit bringt er die Stimmung in der Industrie exemplarisch zum Ausdruck.

Wie der Vergleich zum PMI von procure.ch zeigt, der die Gesamtwirtschaft abbildet, kommen KMU schlechter mit der Lieferproblematik zurecht als Grossunternehmen. Im Frühling notierte der Raiffeisen KMU PMI noch auf einem ähnlich hohen Niveau wie der Einkaufsmanagerindex von procure.ch. Mittlerweile ist die Schere aber wieder deutlich aufgegangen (siehe Grafik). Grossunternehmen haben offensichtlich weniger Mühe, die benötigten Vorprodukte zu beschaffen. Die Subkomponente «Einkaufslager» notiert beim PMI von procure.ch seit drei Monaten über der Wachstumsschwelle von 50, aktuell sogar deutlich. Die KMU wiederum konnten die Einkaufslager zuletzt nicht aufstocken. Im Gegenteil, der entsprechende Subindex verringerte sich im August von 47.7 auf 45.6 Punkte.

Grundsätzlich ist die Unternehmensstimmung bei den kleineren und mittleren Unternehmen nach wie vor positiv, weil die Auftragsbücher ausgefüllt sind. So ist die Subkomponente zum Auftragsbestand im August von bereits hohen 60.2 auf 60.3 Punkte leicht gestiegen. Andererseits gibt es aber bis jetzt noch keine Entspannungsanzeichen bei der Beschaffungsproblematik. «Wir haben keine andere Wahl, als die hohen Preise zu zahlen. Da heisst es seitens der Verkäufer einfach deal oder no deal» sagt der Betriebsleiter eines KMU aus der Region Innerschwyz, das Möbel herstellt. Die hohen Einkaufspreise setzen die Margen also weiter unter Druck.

links: Raiffeisen KMU PMI August 2021 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

links: Raiffeisen KMU PMI August 2021 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

 

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)

 

April

Mai Juni Juli August

Gesamtindex

58.4

65.2

62.1 59.6 56.6

Auftragsbestand

63.1

70.9

65.1 60.2 60.3

Produktion

56.5

67.9

60.4 58.9 51.5

Beschäftigung

53.8

58.1

55.6 57.3 53.0

Lieferfristen

62.7

67.1

73.2 70.6 69.9

Einkaufslager

51.3

52.7

53.4 47.7 45.6


50 = Wachstumsschwelle

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Raiffeisen-Ökonom Domagoj Arapovic

Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz
Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

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