Raiffeisen KMU PMI (Konjunkturindikator)

Corona bleibt auch 2021 ein grosser Bremsklotz für KMU

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Das Schweizer BIP war im Q4 2020 wohl rückläufig. Dienstleister leiden besonders unter der zweiten Coronawelle. Aber auch KMU aus der Industrie sind stark betroffen, wie der KMU PMI von Raiffeisen zeigt, der im Dezember von 44.0 auf 43.3 Punkte sank. Die Verunsicherung ist nach wie vor gross.

«Die zweite Coronawelle hat uns zurückgeworfen und wir müssen im Januar wieder Kurzarbeit beantragen.»,  sagt der Geschäftsführer eines mittelgrossen KMU aus Sion, das Präzisionsinstrumente für die Uhrendindustrie und andere Branchen produziert. Ähnlich pessimistisch ist der Tenor auch bei den meisten anderen von Raiffeisen zum Jahresende befragten KMU. Denn nach dem rekordhohen Einbruch des Schweizer BIP im Frühjahr 2020 war die Wirtschaftsleistung wohl auch im Schlussquartal rückläufig. Die Erbringer von Dienstleistungen sind zwar nach wie vor deutlich stärker von den Eindämmungsmassnahmen betroffen als die Industrie. Wie der Raiffeisen KMU PMI zeigt, sind kleine und mittlere Betriebe aus dem verarbeitenden Gewerbe aber ebenfalls grossen Belastungen ausgesetzt. Der Einkaufsmanagerindex verringerte sich im Dezember von 44.0 auf 43.3 Punkte und blieb damit auf einem niedrigen Niveau. In der Regel zeigen derart tiefe Werte eine Rezession an. Der Rückstand von Industrie-KMU zu Grossunternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe blieb damit frappant, wie der Vergleich mit dem PMI von procure.ch und Credit Suisse, der die Gesamtwirtschaft abbildet, illustriert. (siehe Grafik).  

Im Dezember meldeten die von Raiffeisen befragten KMU einen noch stärkeren Produktionsrückgang als im November (40.2 vs. 43.5 Indexpunkte). Auch der Beschäftigungsrückgang beschleunigte sich (41.4 vs. 47 Indexpunkte). Einzig die Komponenten zum Einkaufslager und zu den Lieferfristen schlossen über 50 und damit erstmals seit Monaten wieder im Expansionsbereich. Doch die niedrigen und nach wie vor sinkenden Auftragsbestände sprechen gegen eine schnelle Erholung des Geschäftsverlaufs in den kommenden Monaten. «Was nach den nächsten 30 Tagen passiert, lässt sich nicht einmal in Konturen abschätzen.», sagt der Geschäftsführer eines Maschinenbauunternehmens aus der Region Gros-de-Vaud und fügt hinzu: «Was sollen wir machen, wenn es zu einer dritten Coronawelle kommt?». 

Entscheidend wird nun, wie sich der Roll-Out der Impfstoffe gestaltet, wann die Herdenimmunität erreicht wird und wie gefährlich die Mutationen des Coronavirus sind. So oder so steht schon jetzt fest: Auch 2021 bleibt bis auf weiteres ein schwieriges Jahr. 

links: Raiffeisen KMU PMI Dezember 2020 | rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

links: Raiffeisen KMU PMI Dezember 2020 ­ rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

 

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)

 

August

September

Oktober

November

Dezember

Gesamtindex

44.3

48.6

46.3

44.0

43.3

Auftragsbestand

44.1

50.0

45.4

40.1

40.5

Produktion

46.4

50.0

46.5

43.5

40.2

Beschäftigung

41.2

48.3

46.5

47.0

41.4

Lieferfristen

41.7

45.4

47.7

48.8

52.4

Einkaufslager

49.4

46.5

46.0

44.2

50.0


50 = Wachstumsschwelle

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Raiffeisen-Ökonom Domagoj Arapovic

Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz
Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

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