Raiffeisen KMU PMI (Konjunkturindikator)

Düstere Stimmung bei Industrie-KMU

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Die Coronamassnahmen haben den Schweizer Industrie-KMU den Jahresstart verhagelt. Die Geschäftslage ist ähnlich schlecht wie während des ersten Lockdowns. Weil der mittelfristige Konjunkturausblick diesmal aber besser ist, halten die KMU die Beschäftigung so gut es geht aufrecht. Die Planungsunsicherheit bleibt aber hoch.

«Die Industrie kann im Gegensatz zu vielen Dienstleistungsbranchen den Betrieb auch im Lockdown weiterführen und viele Grossunternehmen meldeten zuletzt einen befriedigenden oder sogar guten Geschäftsgang. Bei den KMU hingegen herrscht düstere Stimmung. Die Lage hat sich wegen des erneuten Lockdowns nochmal dramatisch verschärft.», sagt z.B. der Geschäftsführer eines Kleinstunternehmens, das in der Region Sursee-Seetal liegt und auf die Produktion hochwertiger Verpackungsmittel spezialisiert ist. Die Schliessung einzelner Dienstleistungsbranchen beeinträchtigt teilweise auch den Industriesektor, wie z.B. ein Mikrounternehmen aus dem Tessin meldet, dass in der Getränkeherstellung tätig und deshalb stark von der Nachfrage aus der Gastronomie abhängig ist. Kleinstunternehmen wie dieses sind im Allgemeinen überdurchschnittlich vom Heimmarkt abhängig. Aber auch bei den mittleren und grösseren KMU, die i.d.R. einen grösseren Exportanteil aufweisen, ist die Stimmung nicht besser, wie der repräsentative Raiffeisen KMU PMI zeigt. Bei der Mehrheit der befragten Unternehmen blieb die Geschäftslage auch im Januar auf niedrigem Niveau oder verschlechterte sich weiter. Der PMI verringerte sich entsprechend von 43.3 auf 37.2 auf Indexpunkte und fiel damit auf den Stand vom letzten Mai zurück.

Insbesondere bei den Auftragseingängen und beim Produktionsvolumen war der Rückgang nochmals deutlich stärker als im Vormonat. Die Auftragskomponente z.B. verringerte sich von 40.5 auf 32.1 Punkte. Das ist zwar ein etwas besserer Wert als beim ersten Lockdown, kann aber nicht über die besorgniserregende Entwicklung hinwegtäuschen. Die Beschäftigungskomponente wiederum verringerte sich leicht und blieb weiter unter der Wachstumsschwelle von 50. Die Beschäftigung ist aber weitem nicht so stark rückläufig wie im Frühjahr letzten Jahres. Dahinter steht möglicherweise die Erwartung, dass die Wirtschaft dank der begonnen Impfkampagne bald wieder auf Wachstumskurs einschwenkt. «Wir erwarten, dass die Nachfrage nach Maschinen und anderen Investitionsgütern ab dem 2. Quartal wieder stark zunimmt.», prognostiziert z.B. der Geschäftsführer eines grossen Maschinenbau-KMU aus dem Berner Jura. Andere Unternehmen wiederum stehen diesen Hoffnungen noch skeptisch gegenüber, so z.B. der Geschäftsführer eines mittelgrossen Herstellers von Metallerzeugnissen, der in der Region Aarau tätig ist: «Die ersten Januarwochen verheissen zwar eine Besserung gegenüber dem letzten Jahr. Leider können wir aber nur Tag für Tag nehmen und haben weiterhin keinerlei Planungssicherheit.».

links: Raiffeisen KMU PMI Januar 2021 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

links: Raiffeisen KMU PMI Januar 2021 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

 

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)

 

Sept 20

Okt 20

Nov 20

Dez 20

Jan 21

Gesamtindex

48.6

46.3

44.0

43.3

37.2

Auftragsbestand

50.0

45.4

40.1

40.5

32.1

Produktion

50.0

46.5

43.5

40.2

33.5

Beschäftigung

48.3

46.5

47.0

41.4

41.0

Lieferfristen

45.4

47.7

48.8

52.4

46.2

Einkaufslager

46.5

46.0

44.2

50.0

40.1


50 = Wachstumsschwelle

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Raiffeisen-Ökonom Domagoj Arapovic

Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz
Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

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