Märkte & Meinungen

Marktkommentar – Ein Blick auf die Börsenwoche

Die SMI-Schwergewichte Swiss Life und Zurich läuten das nahende Ende der Berichtssaison ein. Derweil belasten die aufkeimenden Inflationssorgen die Stimmung auf dem Börsenparkett.

Chart der Woche

Ether(eum) gibt Gas

Kursentwicklung Ether vs. Bitcoin, indexiert

Ether(eum) gibt Gas

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Pünktlich zum Wochenauftakt hat die zweitwichtigste Cyber-Devise Ether die Marke von 4'000 US-Dollar durchbrochen: Rekordhoch. Die Kryptowährung hat damit ihren Wert seit Jahresbeginn mehr als vervierfacht, der Bitcoin hingegen gerade mal verdoppelt. Die Marktkapitalisierung von fast 480 Mrd. US-Dollar liegt aber weiterhin deutlich hinter derjenigen des Bitcoin (rund 1'100 Mrd. US-Dollar).

Aufgefallen

Börsengang von Montana Aerospace

Die Aktien des Luftfahrtzulieferers Montana Aerospace feierten diesen Mittwoch ihr Debut an der Schweizer Börse SIX. Der Ausgabepreis von 25.65 Franken lag am obersten Ende der zuvor kommunizierten Preisspanne. Nach Handelsbeginn schoss der Kurs zeitweise um fast 40 % nach oben.

 

Auf der Agenda

Wohnimmobilienpreisindex

Am Dienstag, 18. Mai, veröffentlicht das Bundesamt für Statistik (BFS) das Quartalsupdate des Schweizerischen Wohnimmobilienpreisindex.

Swiss Life und Zurich bleiben auf Kurs

Trotz Corona-Pandemie gestaltete sich der Jahresauftakt für die Schweizer Unternehmen grösstenteils erfreulich. Fast 90 % der Mitglieder des Swiss Market Index (SMI) verzeichneten gegenüber dem Vorjahresquartal ein Umsatzwachstum, gut zwei Drittel davon haben die Erwartungen der Analysten übertroffen. Langsam aber sicher neigt sich die Berichtssaison nun aber ihrem Ende zu. Mit den beiden Versicherern Swiss Life und Zurich Insurance Group standen diese Woche nochmals zwei SMI-Schwergewichte auf der Agenda. Swiss Life gelang es nicht die Erwartungen vollumfänglich zu erfüllen. Die Prämieneinnahmen waren im ersten Quartal gegenüber der Vorjahresperiode rückläufig (-13 %). Bremsspuren zeigten sich insbesondere im Heimmarkt. Ungebrochen gewachsen sind dafür die Erträge aus dem Kommissionsgeschäft (+14 %). Die Zurich-Gruppe hingegen verzeichnete einen starken Start ins neue Jahr. Zulegen konnte sie vor allem im Schadengeschäft – das Prämienvolumen stieg um 9 %. In puncto Kapitalstärke übertraf sie die Analystenschätzungen. 

Das Aufwärtspotenzial beider Aktien bleibt nach Veröffentlichung der Quartalszahlen überschaubar: Die Analysten sehen die Papiere von Swiss Life auf 12-Monatssicht rund 6 %, jene von Zurich gut 9 % höher. Beide Titel haben sich in der Vergangenheit allerdings gut entwickelt. Mit einem Wertzuwachs von 90 % (Swiss Life) respektive 65 % (Zurich) haben sie den Schweizer Markt, gemessen am SMI (+39 %), über die letzten fünf Jahre klar geschlagen. Das Hauptselektionskriterium ist und bleibt aber die Dividendenpolitik. Sowohl Swiss Life als auch Zurich weisen seit Jahren ein stabiles Dividendenwachstum auf. Die Dividendenrenditen lagen zuletzt mit 4.6 % und 5.2 % abermals weit über dem Marktdurchschnitt (SMI: 2.9 %). 

Wir stufen Swiss Life als ein wenig attraktiver ein. Zum einen ist der Lebensversicherer mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14x deutlich günstiger als der Gesamtmarkt (SMI: 18x). Zum anderen ist das 5-Jahres-Dividendenwachstum gut achtmal so hoch wie jenes der Zurich-Gruppe. Zudem zeugt das noch bis Ende Mai laufende Aktienrückkaufprogramm von finanzieller Stärke. Im Rahmen eines diversifizierten Portfolios eignen sich jedoch beide Titel gut, um den Schweizer Finanzsektor abzudecken.

 

Inflationssorgen drücken die Stimmung

Die Auffahrtswoche präsentierte sich aus Börsensicht wie das Wetter hierzulande: wenig erfreulich. Der Swiss Performance Index (SPI) verzeichnete bis am Freitagmorgen ein Wochenminus von rund 1.3 %, der Technologieindex Nasdaq verlor gut 4.6 %. Das Angstbarometer VIX, welches die Schwankungsbreite des breiten amerikanischen Marktes misst, markierte mit 28.4 Zählern ein Zwei-Monats-Hoch. Neben den jüngsten Daten vom US-Arbeitsmarkt belastete vor allem das Inflationsthema die Anlegerstimmung. In den USA zogen die Verbraucherpreise im April gegenüber der Vorjahresperiode um 4.2 % an. Haupttreiber waren die stark angestiegenen Energie- und Rohstoffpreise. Die US-Inflationserwartungen, gemessen an der 2-Jahres-Breakeven-Rate, kletterten auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise. Der «Greenback» setzte infolgedessen seine Schwäche fort: Der USD/CHF-Kurs fiel zeitweise unter die Marke von 0.90 Franken. Der Goldpreis hingegen kratzte nach seiner mehrmonatlichen Baisse an der Marke von 1'840 US-Dollar je Unze. 

Angesichts hoher Bewertungen und starker Aktienperformance seit Jahresanfang kamen die Kursrücksetzer nicht überraschend. Wir haben anlagetaktisch bereits zu Monatsanfang erste Gewinne realisiert und sind aktuell leicht defensiv positioniert.