Raiffeisen KMU PMI (Konjunkturindikator)

Das Geschäft läuft, aber die Unsicherheitsfaktoren nehmen zu

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Der Raiffeisen KMU PMI ist im November von 51.7 auf 55.3 Indexpunkte gestiegen, was vor allem auf die deutliche Erholung des Auftragsbestands zurückzuführen ist. Andererseits haben sich die Lieferengpässe aber nochmals verschärft, was zusammen mit der Verschlechterung der epidemiologischen Lage die Stimmung beeinträchtigt.

 

«Die Auftragslage hat sich im November verbessert, aber die Lieferfristen haben erneut zugenommen, weshalb es noch schwieriger geworden ist, die Bestellungen termingerecht zu fertigen.», sagt der Geschäftsführer eines Metallbauunternehmens aus dem Berner Oberland und gibt damit exemplarisch die jüngsten Entwicklungen bei den meisten KMU aus der Industrie wieder.

Der Raiffeisen KMU PMI ist nach dem Rücksetzer im Oktober (51.7) wieder gestiegen und notiert aktuell bei 55.3 Index-punkten. Der Zunahme des Auftragsbestands lieferte dabei einen grossen Beitrag zum besseren Geschäftsverlauf. Die Auftragskomponente erholte sich von 49.2 auf 55.1 Punkte und liegt damit wieder deutlich in der Wachstumszone. Die befragten Unternehmen meldeten zudem einen weiteren An-stieg des Produktionsvolumens, während die Beschäftigung und die Einkaufslager etwa gleich gross ausfielen wie im Vormonat.

Mit dem Indexstand von 55.3 notiert der Raiffeisen KMU PMI nun wieder auf einem Niveau, das in der Regel mindestens mit einer moderaten Konjunkturerholung korrespondiert. Aller-dings haben in den letzten Wochen auch die Unsicherheitsfaktoren wieder zugenommen. Die Lieferfristen z.B. haben sich zuletzt nochmals deutlich erhöht. Die entsprechende Komponente sprang im November von 60.7 auf 70.6 Indexpunkte. Insbesondere Unternehmen, die Elektronikkomponenten und Vorprodukte aus Metall benötigen, berichten über Lieferengpässe. Bei einer Reihe von Rohstoffen sind zudem die Preise jüngst wieder angestiegen, wie z.B. bei Holz, Stahl oder gewissen Kunststoffen. Die Produktionskosten haben aber auch wegen der höheren Energiepreise zugenommen. «Wir haben im Oktober dreimal so viel für Erdgas ausgegeben wie im September», berichtet z.B. der Geschäftsführer eines KMU aus der Papierindustrie, die zu den energieintensivsten Branchen zählt. Daneben sind vor allem die Branchen «Metallerzeugung» sowie «Glas und Keramik» von den höheren Energiekosten betroffen.

Einige der befragten KMU berichten zwar über tiefere Einkaufskosten, die der aktuell schwache Euro mit sich bringt. Für die Mehrheit der Unternehmen überwiegen jedoch die Nach-teile der Frankenaufwertung. Ohne diese wären die Aufträge zuletzt noch mehr gestiegen. Insgesamt wird der Wechselkurs im Vergleich zu früheren Schwächephasen des Euro aber von relativ wenigen KMU als bedeutender Risikofaktor gesehen. Aktuell beschäftigten vor allem die Lieferengpässe aber auch die Verschlechterung der epidemiologischen Lage die KMU.

links: Raiffeisen KMU PMI November 2021 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

links: Raiffeisen KMU PMI November 2021 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

 

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)

 

Juli August September Oktober November

Gesamtindex

59.6 56.6 63.9

51.7

55.3

Auftragsbestand

60.2 60.3 71.5

49.2

55.1

Produktion

58.9 51.5 62.5

51.6

52.2

Beschäftigung

57.3 53.0 56.9

50.0

50.7

Lieferfristen

70.6 69.9 67.5

60.7

70.6

Einkaufslager

47.7 45.6 53.1

49.2

50.0


50 = Wachstumsschwelle

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Raiffeisen-Ökonom Domagoj Arapovic

Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz
Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

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