Märkte & Meinungen

Marktkommentar – Ein Blick auf die Börsenwoche

Während der chinesische Immobilienriese Evergrande für Nervosität an den Börsen sorgt, gehen die Diskussionen über eine Anhebung der Schuldenobergrenze in den USA weiter. Der deutsche DAX begrüsst derweil zehn Neumitglieder.

Chart der Woche

Kurzfristig Top, langfristig Flop

Kursentwicklung UBS versus SMI, indexiert

Kurzfristig Top, langfristig Flop

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Mit einem Plus von fast 17,5 % schlagen die Aktien der Grossbank UBS den Swiss Market Index (SMI: +11,5 %) im laufenden Jahr deutlich. Auf lange Sicht hatte man mit den Papieren allerdings wenig Freude: -25 % seit Anfang 2016. Gründe sind der Margendruck, die zunehmende Regulierung in der Finanzindustrie sowie die juristischen Streitigkeiten. Daran wird auch das für kommenden Montag erwartete Urteil im Frankreich-Prozess kaum etwas ändern. Ein Must-have fürs Portfolio wird die UBS-Aktie somit auch in Zukunft nicht sein.

Aufgefallen

Ready for take-off

Kommenden Winter fliegt die Swiss 90 Destinationen an – gleich viele wie vor der Corona-Pandemie. Dank dem Ende der US-Einreisesperre steht auch Nordamerika wieder vermehrt auf dem Flugplan.

 

Auf der Agenda

Happy Birthday, Roche!

Vom 28. September bis zum 1. Oktober feiert der Basler Pharmariese Roche sein 125-jähriges Bestehen. Geplant ist unteranderem eine Lichtshow mit sinfonischer Untermalung.

Erst Kurssturz, dann Stabilisierung

Die Handelswoche startete so, wie die letzte geendet hatte: schwach. Hauptgrund war der taumelnde chinesische Immobilienriese Evergrande – Anleger fürchteten einen Lehman-Brothers-Effekt. Darüber hinaus befeuerten das anstehende FOMC-Meeting der US-Notenbank Fed, der Streit im US-Kongress über die Schuldenobergrenze sowie die Sorgen um die Corona-Pandemie und die abflauende Konjunkturerholung die Nervosität der Anleger. Infolgedessen fiel der Swiss Market Index (SMI) am Montag auf ein 3-Monatstief bei 11'644 Punkten. Insbesondere Finanztitel und zyklische Werte, wie die Papiere des stark China orientierten Luxusgüterherstellers Richemont, standen unter Druck. Im weiteren Wochenverlauf gewann unter den Börsianern aber die Meinung Oberhand, dass eine Evergrande-Pleite vor allem den chinesischen Markt sowie direkte Investments treffen, aber keine globale Finanzkrise auslösen würde. Und so stabilisierte sich auch der SMI. Bis zum Freitagmorgen resultierte ein Wochenplus von 0,03 %. Für uns kam der jüngste Kursrücksetzer nicht unerwartet. Die starke Performance in den letzten Monaten und die hohen Bewertungsniveaus machen die Märkte anfällig für Korrekturen. Treten negative Überraschungen wie etwa in Form von Evergrande auf, neigen die Anleger dazu ihre Buchgewinne zu realisieren. Anlagetaktisch sind wir daher leicht defensiv positioniert. Wir behalten das Börsengeschehen jedoch genau im Auge, da die erhöhte Volatilität in den kommenden Wochen für noch günstigere Einstiegschancen sorgen könnte.

 

Tapering rückt näher

Mit Spannung blickten die Märkte auf das FOMC-Meeting der US-Notenbank Fed. Einen konkreten Starttermin für eine Drosselung der Anleihekäufe nannte Jerome Powell nicht. Er deutete aber an, dass nach Erscheinen des September-Arbeitsmarktberichtes möglicherweise ein Entscheid verkündet würde. Im November dürfte es dann soweit sein. Einen Automatismus zwischen «Tapering» und Zinsen sieht er aber weiterhin nicht.

 

In den USA droht die Schuldenobergrenze

In Folge der Corona-Pandemie haben die Staatsschulden in den USA die Obergrenze von 28.5 Billionen US-Dollar erreicht. Um die Zahlungsunfähigkeit der USA und einen damit verbundenen «Government Shutdown» zu verhindern, ist eine Erhöhung des Schuldendeckels unumgänglich. Dies forderte Finanzministerin Janet Yellen nun auch im «Wall Street Journal» und warnte vor einer Finanzkrise. Letztlich dürfte der Kongress der Regierung erlauben, noch mehr Schulden aufzunehmen – mit dem Repräsentantenhaus hat diese Woche bereits eine der zwei Kammern einer Aussetzung der Schuldenobergrenze zugestimmt. Der Schuldenberg in den USA wird also wohl weiter ansteigen.

 

DAX 40 – ein «neuer» Leitindex startet

Der Reigen der DAX-Mitglieder ist grösser geworden. Seit dieser Woche spielen 40 – statt zuvor 30 – Konzerne in der obersten deutschen Börsenliga. Aufgestiegen sind mitunter der Flugzeugbauer Airbus und der Modehändler Zalando. Ziel der Erweiterung ist es, den Leitindex breiter zu diversifizieren und so die deutsche Wirtschaft besser abzubilden. Darüber hinaus gibt es auch bei den «Spielregeln» einige Neuerungen. So überprüft die Deutsche Börse die Zusammensetzung des DAX künftig zweimal statt einmal jährlich. Zudem sollen nur noch profitable Unternehmen aufgenommen werden. Ob der «neue» DAX seine Erfolgsgeschichte fortschreiben kann, bleibt abzuwarten. Feststeht, dass die zehn Neulinge im Schnitt stärker wachstumsorientiert sind, aber weniger Dividende ausschütten und höhere Kursschwankungen aufweisen als die bisherigen Indexmitglieder.