Finanzen im Alter im Griff

Einkommen nach der Pensionierung

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Sie sind sich im Klaren über Ihre Bedürfnisse, also über Ihre Wohnsituation, Freizeitaktivitäten, das soziale Umfeld und ob Sie nach der Pensionierung weiterarbeiten oder gar früher mit der Arbeit aufhören möchten? Dann ist es Zeit für die alles entscheidende Frage: Kann ich mir den gewünschten Lebensstandard in der Pension leisten?
 

Einkommen nach der Pensionierung

Möglichst ohne grosse Einschränkungen und finanziell abgesichert in den Lebensabend. Um die nötige Sicherheit für den dritten Lebensabschnitt zu erhalten, lohnt sich eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Fragestellung der Einkommensquellen und Einkommenshöhen.

Wie setzt sich mein Einkommen zusammen?

Der Umfang Ihrer Altersleistung bei der Pensionierung ist individuell. Nachstehend finden Sie die wichtigsten Informationen zur vorzeitigen oder ordentlichen Pensionierung und deren Auswirkung auf das Einkommen nach der Pensionierung.

Vorzeitige Pensionierung

Vorzeitige Pensionierung

Eine Frühpensionierung hat langfristige Auswirkungen, die Sie frühzeitig einplanen müssen. Denn die reguläre AHV-Rente setzt erst ab dem 65. Altersjahr ein (AHV kann auch 1 oder 2 Jahre vorbezogen werden). Sie leben bis zu diesem Zeitpunkt von einer reduzierten Pensionskassenrente und Ihren Ersparnissen. Das bedeutet, dass Sie über einen längeren Zeitraum eine grössere Einkommenslücke zu füllen haben.

Ordentliche Pensionierung

Ordentliche Pensionierung

Gehen wir davon aus, dass Sie sich im Alter von 65 Jahren regulär pensionieren lassen. Zusätzlich nehmen wir an, dass Ihr Einkommensbedarf nach der Pensionierung bei 80 % des bisherigen Erwerbseinkommens liegt. Mit der AHV-Rente (1. Säule) und der Rente aus der Pensionskasse (2. Säule) entsteht in diesem Fall eine Einkommenslücke von ca. 20 % – sofern Sie keine Sparbeiträge in die private Vorsorge (3. Säule) einbezahlt haben.

Einkommensverteilung bei der ordentlichen Pensionierung: die Fakten

Nach der ordentlichen Pensionierung wird das Erwerbseinkommen durch eine AHV-Rente und eine allfällige Pensionskassenrente abgelöst. Diese beiden Renten zusammen sollten den Lebensstandard nach der Pensionierung gewährleisten.

Einkommen aus der ersten Säule (AHV)

Die AHV-Rente richtet sich nach dem gesetzlichen Pensionsalter. Die Höhe ist vom durchschnittlichen Einkommen und von der Anzahl Beitragsjahre abhängig. Wer Beitragslücken aufweist, muss mit Rentenkürzungen rechnen. Die Minimalrente beträgt CHF 1'185.–, die Maximalrente CHF 2'370.–. Ehepaare und eingetragene Partner erhalten gemeinsam höchstens CHF 3'555.– (Stand 2019).

Einkommen aus der zweiten Säule (BVG)

Die Berufliche Vorsorge hat zum Ziel, zusammen mit der ersten Säule ein Renteneinkommen von rund 60 % des letzten Lohnes zu erreichen. Das angesparte Pensionskassen-Guthaben setzt sich aus eigenen Beiträgen und jenen des Arbeitgebers zusammen. Dieses Altersguthaben kann je nach PK-Reglement als Kapital oder als Rente bezogen werden. Die Höhe der Pensionskassenrente wird aus dem angesparten Alterskapital und dem Umwandlungssatz berechnet.

Einkommen aus der dritten Säule (Private Vorsorge)

Die Private Vorsorge ist freiwillig und dient der Deckung von Vorsorgelücken und dem Vermögensaufbau. Sie läuft entweder über eine Bank oder über eine Versicherung und ist steuerlich abziehbar. Ziel ist, damit die restlichen 20 % zu füllen, um auf die 80 % des letzten Lohnes zu kommen. Bestenfalls darüber hinaus.

Ergänzungsleistungen (EL)

Wenn Sie Ihren Lebensunterhalt mit dem Einkommen aus der 1. und 2. Säule sowie dem Ersparten nicht finanzieren können, haben Sie unter Umständen Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach den persönlichen und finanziellen Verhältnissen. Falls Sie eine Hinterlassenenrente beziehen, wird diese nach der Pensionierung von der Altersrente abgelöst, ausser, sie ist höher als die Altersrente. Gerne unterstützen wir Sie bei der definitiven Berechnung.

Budgetplanung ist das A und O vor der Pensionierung

Damit Sie sehen, ob Sie Ihren gewünschten Lebensstil nach der Pensionierung finanzieren können, sollten Sie ein Budget aufstellen. Am besten unterteilen Sie diese in fixe und variable Kosten. Das hilft Ihnen bei der sorgfältigen Budgetierung und damit verbunden bei der Pensionsplanung.

Ziel der Budgetplanung ist, so viel Einkommen zur Verfügung zu haben, wie Sie für Ihren Lebensunterhalt benötigen. Wenn nicht, können Anpassungen oder weitere Sparmassnahmen vorgenommen werden. Auch hier lautet die goldene Regel: Je früher Sie planen, desto besser sind Sie auf die Pension vorbereitet.

 

Persönliches Budget ausrechnen

Budgetrechner interaktiv (PDF, 1.6MB)

Budgetrechner manuell (PDF, 86.4KB)
 

Ratgeber-Tipp

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Vor dem Übergang in die dritte Lebensphase drängt sich die Frage auf, ob die monatliche Rente oder der einmalige Kapitalbezug die ideale Lösung darstellt. Beide Optionen haben Vor- und Nachteile – auch eine Kombination von Teilbezug und Rente kann eine gute Lösung sein. Verschaffen Sie sich einen Überblick mit unserem Pensionsplanungs-Ratgeber.

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Wissenswertes über die staatliche Vorsorge (AHV)

Frauen kommen mit 64 Jahren in den Genuss der AHV-Rente, Männer erhalten die AHV mit 65 Jahren. Der Anspruch muss spätestens drei Monate vor dem Stichtag angemeldet werden. Stichtag ist der erste Tag jenes Monats, der dem entsprechenden Geburtstag folgt. Die Höhe der AHV-Rente ist von der Anzahl Beitragsjahre und vom Durchschnittseinkommen abhängig. Das Durchschnittseinkommen setzt sich zusammen aus dem Erwerbseinkommen und allfälligen Betreuungs- und Erziehungsgutschriften.

Ausserdem wird es noch mit einem Faktor aufgewertet, damit die tieferen Löhne der früheren Jahre inflationsbereinigt werden. Eine Vollrente erhält, wer ab dem 21. Altersjahr lückenlos Beiträge entrichtet hat. Ein volles Beitragsjahr liegt vor, wenn

  • die versicherte Person während insgesamt eines Jahres Beiträge geleistet hat, oder
  • der erwerbstätige Ehegatte einer versicherten Person mindestens während eines Jahres den doppelten Mindestbeitrag entrichtet hat.
     

Beitragslücken in der AHV

Wer Beitragslücken in der AHV aufweist, muss mit einer Rentenkürzung rechnen. Ein Kontoauszug über Dauer und Höhe der geleisteten Beiträge kann bei der Kasse bestellt werden, bei welcher Sie aktuell versichert sind. Die Maximalrente wird erreicht, wenn der jährlich im Schnitt erzielte Verdienst (inkl. Aufwertungsfaktoren und Erziehungsgutschriften) mindestens 85'320 Franken erreicht hat. Die Minimalrente beträgt 1'185 Franken, die Maximalrente 2'370 Franken. Ehepaare erhalten gemeinsam höchstens 3'555 Franken (150 Prozent) der maximalen AHV-Rente (Werte 2019). AHV-Leistungen müssen zu 100 % als Einkommen versteuert werden.
 

Flexibler Rentenbezug

Die AHV kann ein oder zwei Jahre vor dem ordentlichen Pensionsalter bezogen werden. Die damit verbundene, lebenslange Rentenkürzung beträgt 6,8 % pro vorbezogenes Jahr. Personen, die vorzeitig in Pension gehen, bleiben bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters in der 1. Säule beitragspflichtig. Die Beiträge richten sich nach dem Vermögen und dem Renteneinkommen. Wer zum Zeitpunkt der ordentlichen Pensionierung noch nicht vom Erwerbsleben zurücktreten möchte und die Möglichkeit hat, seinen Beruf weiter auszuüben, kann die AHV-Rente bis zu fünf Jahre aufschieben. Die Rente erhöht sich mit jedem aufgeschobenem Jahr um einen beachtlichen Prozentsatz.

Damit die AHV-Rente rechtzeitig ausgerichtet wird, ist eine Anmeldung des Rentenbezugs mind. 3 Monate vor Erreichen des 65. resp. 64. Altersjahres empfohlen.