Anlageguide – Der Wegweiser für Ihr Vermögen

Anlageklasse im Fokus: Aktien

Nach einem hervorragenden Aktienjahr normalisieren sich 2022 viele Faktoren. Die Renditen dürften tiefer ausfallen, Dividenden rücken in den Fokus.

Schweizer Dividenden überzeugen – US-Ausschüttungen hinken hinterher

Alles wird gut. Das Gewinnwachstum der Unternehmen normalisiert sich, Anleger fokussieren wieder stärker auf die Fundamentaldaten und die Bewertungen bewegen sich in Richtung ihrer langfristigen Durchschnitte. Die Zeichen, dass sich die Welt der Anleger im kommenden Jahr wieder in geordneten Bahnen bewegt, stehen gut. 

Auch nach fast zwei Jahren ist der Gedanke paradox. Das Coronavirus hat die Welt in vielen Bereichen aus dem Gleichgewicht gebracht, Jobs vernichtet und Unternehmen in oder nahe an den Ruin gebracht. Trotzdem war 2021 an den meisten Aktienmärkten ein erfreuliches Jahr. Viele Börsenindizes handeln auf Rekordständen. Dank der kräftigen Konjunkturerholung, dem rasanten Gewinnwachstum und dem Mangel an Anlagealternativen griffen Investoren ordentlich zu. Die hohen Erträge der Unternehmen drückten denn auch das Bewertungsniveau, was Aktien zusätzlich attraktiv erscheinen liess. Die Bewertungen werden wohl auch 2022 günstiger, aber aus einem ernüchternden Grund.

Die nachlassende Dynamik bei der Gewinnentwicklung und die Aussicht auf höhere Zinsen führen dazu, dass Investoren bei Aktien eine höhere Risikoprämie fordern. Diese drückt auf die Kurse. In diesem Zusammenhang dürften auch Dividenden, als Beleg der Stabilität eines Unternehmens, wieder wichtiger werden. Was die Ausschüttungen betrifft, bietet der Schweizer Aktienmarkt ein attraktives Umfeld. Verglichen etwa mit den USA, zeichnet er sich auch langfristig durch eine höhere Dividendenrendite aus. Beliebt sind auch Naturaldividenden.

Dividendenrendite SMI und S&P 500

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Die Bedeutung von Corona für die Börsen hingegen nimmt weiter ab. Ohnehin führen aktuelle Entwicklungen der Pandemie an der Börse schon seit längerem höchstens noch kurzfristig zu Verunsicherung. Das dürfte zwar auch im kommenden Jahr so bleiben, aber eben keine einschneidenden Verwerfungen mit sich bringen. Der Weg zur Normalisierung ist auch hier geebnet. 

Trotz dieser Normalisierung spricht unseres Erachtens einiges für ein leichtes taktisches Untergewicht in Aktien, denn viele Fragen sind unbeantwortet. Wie rasch und wie stark wird die expansive Geldpolitik der Notenbanken zurückgefahren? Wann entspannt sich die Lage um die Lieferengpässe? Und wie lange hält sich die Inflation auf einem hartnäckig erhöhten Niveau? Unsere Positionierung bleibt deshalb vorerst unverändert. Wir bleiben bei Schweizer Aktien übergewichtet. Der defensive Charakter, die hochwertige Qualität der Unternehmen und die attraktiven Dividenden sprechen klar für heimische Unternehmen. Ebenso präferieren wir Schwellenländeraktien. Diese Märkte haben 2021 geschwächelt, bestechen durch eine attraktive Bewertung und bieten Wachstumspotenzial. Eigenschaften, die auch 2022 gefragt sein werden.