Anlageguide – Der Wegweiser für Ihr Vermögen

Anlageklasse im Fokus: Obligationen

Weil rekordhohe Inflationszahlen die Zinsen in die Höhe treiben, gleitet die Wirtschaft in eine Rezession. Das verunsichert Konsumenten sowie Investoren und führt zu erhöhter Volatilität.

Starke Kursschwankungen bei Obligationen – Vergleichbar mit dem Aktienmarkt

Eine inverse Zinskurve ist oft der Vorbote einer Rezession. Nach einem rückläufigen Wirtschaftswachstum in den ersten beiden Quartalen 2022, hoher Inflation, steigenden Zinsen und zurückhaltenden Konsumenten ist es nicht verwunderlich, dass sich die US-Wirtschaft in einer technischen Rezession befindet. Davon spricht man, wenn die Wirtschaft während zwei aufeinander folgenden Quartalen schrumpft. Was gemeinhin als wirtschaftliches Schreckgespenst gilt, könnte im laufenden Jahr etwas glimpflicher ausfallen, da sich etwa der Arbeitsmarkt nach wie vor in einer sehr guten Verfassung befindet. Dennoch schreckt die Volatilität auch vor Obligationen nicht zurück. 

Kursverlauf 0.5% Schweiz 27.06.2032

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Warfen 10-jährige Schweizer Staatsanleihen zu Anfang Jahr noch eine negative Rendite ab, kletterte diese bis Mitte Juni auf über 1.4%, nur um im Juli wieder auf 0.5% zu sinken. Für eine Obligation mit entsprechender Laufzeit bedeutete das bis Mitte Juni einen Kursverlust von 14% und dann eine Erholung um 9%. Damit sind die Kursschwankungen vergleichbar mit denjenigen an den Aktienmärkten.

Kurseinbruch schmerzt aber Rückzahlung erfolgt zu 100%

Diese Bewegung verdeutlicht, dass auch an den Märkten für festverzinsliche Anlagen die Ungewissheit dominiert. Die Risikoprämien sind entsprechend angestiegen, was nichts anderes bedeutet, als dass Anleger für ihr Geld eine höhere Rendite fordern. Während das aus Sicht eines Investors seinen Reiz hat, bedeutet es für Unternehmen eine zusätzliche finanzielle Belastung, sofern am Markt Geld aufgenommen werden muss. 

Besonders betroffen sind Unternehmen in einer finanziell angespannten Lage. Profitierten diese in der Vergangenheit von billigem Geld, hat sich das Blatt mittlerweile gewendet. Weil auch Obligationen von solid kapitalisierten Unternehmen wieder eine positive Rendite abwerfen und so zu einer Anlagealternative werden, geraten Hochzinsanleihen weiter unter Druck. Wir halten deshalb an unserem Untergewicht bei dieser Anlageklasse fest und bevorzugen qualitativ hochwertige Anleihen. 

Obwohl die seit Anfang Jahr eingefahrenen Kursverluste bei Anleihen schmerzen, darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass Obligationen am Ende der Laufzeit zu 100% zurückbezahlt werden – es sei denn, der Schuldner wird zahlungsunfähig. Kurseinbrüche sind deshalb, im Gegensatz zu Aktien, immer temporär. Gerade aus diesem Grund ist Langfristigkeit bei Anleihen unverzichtbar. 

0.5% Schweiz 27.06.2032, aktueller Kurs und Prognose

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office