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Wohneigentum ist Vermögen und Vorsorge: So gelingt die Planung fürs Alter

Es gibt kein Patentrezept, wie stark man seine Hypothek vor der Pensionierung abbezahlen sollte. Fest steht aber: Alles Geld ins Eigenheim zu investieren, schafft nicht unbedingt mehr finanzielle Sicherheit. Gerade mit Blick auf die Abschaffung des Eigenmietwerts per 1. Januar 2029 lohnt es sich, die eigene Finanzierung neu zu hinterfragen. Worauf Immobilienbesitzerinnen und -besitzer achten sollten, zeigt der aktuelle Vorsorgeguide.

27.10.2026

Die eigenen vier Wände geben uns Sicherheit. Das beeinflusst, wie wir über die Amortisation der Hypothek im Alter denken: Ein bis zur Pensionierung mehrheitlich abbezahltes Zuhause steht für eine finanziell sorgenfreie Zukunft. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Wohneigentum muss auch mit dem häufig tieferen Einkommen im Ruhestand tragbar sein. Das spräche für mehr Amortisation. Doch mit der Pensionierung beginnt oft auch der Vermögensverzehr. Je mehr Geld im Haus oder der Eigentumswohnung gebunden ist, desto weniger steht für den Alltag oder Unvorhergesehenes zur Verfügung – was wiederum weniger Amortisation nahelegen würde.

Bei Fragen rund um Vorsorge und Eigenheim treffen somit zwei entgegengesetzte Perspektiven aufeinander: Tragbarkeit und finanzielle Flexibilität. 

Désirée Jäger
«Im Pensionsalter fehlt oft genügend frei verfügbares Vermögen, weil ein grosser Teil im Eigenheim gebunden ist.»

Désirée Jäger

Stv. Leiterin Fachzentrum Finanzplanung, Raiffeisen Schweiz

3 Tipps

  1. Tragbarkeit regelmässig überprüfen: Die Tragbarkeit verändert sich mit dem Einkommen und den Lebensumständen. Prüfen Sie deshalb frühzeitig, wie sich die Pensionierung oder andere Veränderungen der Einkommenssituation auf die Finanzierung auswirken könnten.
  2. Liquiditätsreserven aufbauen: Achten Sie darauf, dass jederzeit genügend frei verfügbares Vermögen vorhanden ist. Liquiditätsreserven werden für Unterhaltsarbeiten, Renovationen oder unerwartete Ausgaben benötigt und schaffen Handlungsspielraum.
  3. Finanzplanung erstellen: Wohneigentum, Vorsorge, Vermögen und Steuern beeinflussen sich gegenseitig. Gerade mit Blick auf die Pensionierung lohnt es sich, die finanzielle Situation im Rahmen einer Finanzplanung ganzheitlich zu betrachten.

Fazit

So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Grundsätzlich lässt sich aus diesen beiden Perspektiven ableiten: Die richtige Lösung liegt dort, wo bis zur Pensionierung so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich amortisiert wird. Das richtige Mass ist allerdings individuell. Finanzielle Faktoren wie Einkommen und Vermögenssituation spielen eine wichtige Rolle. Aber auch emotionale Aspekte wie das Sicherheitsbedürfnis beeinflussen die Rechnung. Durch die Abschaffung des Eigenmietwerts per 1. Januar 2029 spielen steuerliche Überlegungen bei der Festlegung der Hypothekenhöhe künftig eine untergeordnete Rolle. Die verbleibende Übergangsphase bis Ende 2028 sollte deshalb aktiv genutzt werden, um geplante Renovationen und Modernisierungen, Vorsorgemassnahmen und die Finanzierung des Eigenheims aufeinander abzustimmen.

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