Wichtig ist für Sie, dass Sie die langfristigen Folgen für Ihre Finanzen im dritten Lebensabschnitt im Auge behalten. Nach der Pensionierung reduziert sich das Einkommen in der Regel deutlich. Wer die Hypothek voreilig stark amortisiert, bindet einen grossen Teil des Vermögens in der Immobilie und hat später möglicherweise zu wenig liquide Mittel, um den Lebensunterhalt oder unerwartete Ausgaben zu decken.
Das pensionierte Ehepaar Monika und Paul Baumann verfügt über ein Gesamtvermögen von 1 Mio. Franken. Dieses setzt sich zusammen aus 150'000 Franken an liquiden Mitteln wie Konto- und Spargeldern, einem breit diversifizierten Wertschriftendepot von 500'000 Franken sowie 350'000 Franken, die als Eigenkapital in der Eigentumswohnung gebunden sind bzw. für den Wohnungskauf eingesetzt wurden. Der Immobilienanteil beträgt damit 35 Prozent ihres Nettovermögens. Kurz vor der Pensionierung überlegen sich die beiden, ihre Hypothek deutlich zu reduzieren. Würden sie sämtliche Wertschriften im Umfang von 500'000 Franken verkaufen und zusätzlich 50'000 Franken vom Sparkonto einsetzen, wäre danach nahezu ihr gesamtes Vermögen in der Eigentumswohnung gebunden. Das bedeutet geringe Liquidität und fehlende Diversifikation.
Vor einer Amortisation sollten sich die Baumanns deshalb gut überlegen, ob und in welchem Umfang sie die Hypothek reduzieren. Eine ausgewogene Lösung stellt sicher, dass genügend Liquidität erhalten bleibt und Klumpenrisiken vermieden werden.