Anlageguide – Der Wegweiser für Ihr Vermögen

«Auf einen Blick» – Unsere Sicht auf die Märkte

Die hartnäckig hohe Inflation zwingt die Notenbanken zu einer Fortführung ihrer restriktiven Geldpolitik. Die höheren Zinsen und der Liquiditätsentzug erhöhen die Rezessionsrisiken. Wir bleiben defensiv positioniert.

   

Der Inflationsdruck bleibt hoch

Die Produzentenpreise schiessen ungebremst in die Höhe. In Deutschland beispielsweise sind diese im September gegenüber dem Vorjahr um satte 45.8% gestiegen. Die Unternehmen versuchen, die höheren Inputkosten an die Konsumenten weiterzugeben. Der Inflationsdruck bleibt damit weiterhin hoch.   

 

Notenbanken treten auf die Bremse

Die anhaltend hohen Inflationsraten zwingen die Notenbanken zu einer Fortsetzung ihrer restriktiven Geldpolitik. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat diese Woche die Leitzinsen um weitere 75 Basispunkte angehoben. Auch die US-Notenbank Fed dürfte Anfang November erneut mit einem Jumbo-Schritt aufwarten. Dies wäre die vierte Zinserhöhung um 0.75% in Folge und damit vollzöge die Fed eine der radikalsten Zinswenden in ihrer Geschichte. Noch ist der Zinserhöhungszyklus nicht abgeschlossen. Weitere Zinserhöhungen dürften folgen.

 

Rezessionsgefahr gestiegen

Die jüngsten Konjunkturdaten weisen auf eine deutliche Wachstumsverlangsamung hin. In der Eurozone ist der Einkaufsmanagerindex (PMI) im Oktober auf 47.1 Zähler gefallen. Bereits im September notierte der Vorlaufindikator unter der wichtigen 50-Punkte-Marke. Zusammen mit dem rückläufigen Konsumentenvertrauen deutet damit vieles auf eine (technische) Rezession in Europa hin. Auch in den USA sind die Rezessionsrisiken zuletzt weiter gestiegen. 

Gewinnsaison gestartet

Aufgrund der während der Corona-Pandemie und den Lieferkettenproblemen aufgestauten Aufträge laufen die Geschäfte noch recht gut. Der Margendruck macht sich aber zunehmend in den Unternehmensergebnissen bemerkbar. Die bisher publizierten Zahlen zum dritten Quartal sind deshalb auf der Gewinnseite eher ernüchternd ausgefallen. Vor dem Hintergrund der sich eintrübenden Wirtschaftsaussichten erachten wir die Gewinnschätzungen für 2023 als zu hoch. 

 

Qualität im Fokus

Aufgrund des deutlichen Zinsanstieges werfen qualitativ hochstehende Investment-Grade-Anleihen wieder attraktive Renditen ab. Damit hat sich der Anlagenotstand entschärft und die spekulativeren Obligationensegmente verlieren an Attraktivität. Gleichzeitig sind die Rezessionsrisiken gestiegen, was zu höheren Kreditaufschlägen führen dürfte. Wir haben die Qualität in unserer Bondallokation entsprechend erhöht und Investment-Grade-Anleihen auf Kosten von Hochzinsanleihen hinzugekauft.