Anlageklasse im Fokus: Aktien

Rückläufige Bewertungen allein sind kein ausreichendes Kaufargument für Aktien. Erst wenn sich das konjunkturelle Umfeld stabilisiert, lohnt sich eine Aufstockung.

Bewertungen sind attraktiver aber keineswegs billig

Aktien sind günstig – könnte man aufgrund der Kurskorrektur an den Börsen im Jahr 2022 denken. Der Haken: Sie sind nur dann preiswert, wenn die Gewinne so wachsen wie erwartet, es zu keiner Rezession kommt, der Risikoappetit der Anleger wieder zunimmt und die Unternehmen positiv in die Zukunft blicken.

Entwicklung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses des Swiss Performance Index (SPI)

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Diese Bedingungen sind aktuell nicht gegeben. Während die gestiegenen Zinsen in den Kursen enthalten sind, rechnet der Markt immer noch mit einem mittleren einstelligen Gewinnwachstum. Das ist beim aktuellen Konjunkturausblick unrealistisch. Die Verlangsamung der Wirtschaftsdynamik ist also keineswegs in den Notierungen drin.

Damit ist klar: Die Unsicherheit bleibt vorerst eine wichtige Konstante, welche Investoren in ihren Anlageentscheiden berücksichtigen sollten. Grund genug, 2023 mit einem Untergewicht in Aktien zu beginnen. 

Das heisst aber nicht, dass man dem Aktienmarkt gänzlich die kalte Schulter zeigen sollte. Aus Korrekturen ergeben sich Chancen, und nur wer in schwierigen Zeiten investiert ist, ist es auch, wenn die Märkte steigen. Zudem ist es wichtig, dass Investoren in einem solchen Umfeld auf andere Werte setzen als während eines Aufschwungs. Gefragt sind Unternehmen, die stabile Erträge erwirtschaften und weniger vom Wirtschaftszyklus abhängig sind. Dazu zählen Gesellschaften aus dem Pharmasektor, Anbieter von Nahrungsmitteln und Verbrauchsgütern, Telekomgesellschaften oder Versorger. 

Cash is King – Dividenden sorgen für stabile Rendite

Der Schweizer Aktienmarkt bietet mit seinen Schwergewichten Nestlé, Roche und Novartis genau diese Eigenschaften und ist deshalb gerade jetzt ein sicherer Hort für Anleger. Bei diesen Unternehmen handelt es sich um Weltmarktführer, die dank ihrer Preissetzungsmacht die höheren Kosten an die Kunden weitergeben können und so auch einen gewissen Inflationsschutz bieten. 

Vielen dieser Unternehmen ist gemein, dass sie stabile Dividendenzahler sind. Eine regelmässige Barausschüttung schafft bei Aktionären Vertrauen, sorgt für Stabilität und unterstreicht die Kontinuität und den Erfolg des zugrundeliegenden Geschäftsmodells. In der Regel schwanken dividendenstarke Aktien weniger, denn ab einem gewissen Zeitpunkt werden sie allein aufgrund ihrer Ausschüttungen attraktiv. 

Kursveränderung und Dividendenrendite SMI

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office