Vorsorge planen

Selbst ist die Frau – gerade in der Vorsorge

Zwischen Familie und Beruf geht das Thema Altersvorsorge bei vielen Frauen bisweilen unter. Gerade für Frauen ist es aber von Vorteil, sich früh mit diesen Fragen zu beschäftigen. Lesen Sie hier, warum dem so ist und wie Sie sich optimal vorbereiten können.

Biologische und gesellschaftliche Faktoren machen den Unterschied

Auf dem Papier benachteiligt das Schweizer Vorsorgemodell mit seinen drei Säulen Frauen nicht. Im Gegenteil: es gibt durchaus Vorteile, etwa das frühere Rentenalter. Oder die Tatsache, dass für Frauen trotz längerer Lebenserwartung die Leistungen gleich berechnet werden. Dennoch betrugen 2018 die Neurenten aus der beruflichen Vorsorge für Frauen weniger als 60 % der entsprechenden Zahlungen an Männer.

Das Leben spielt eben nicht auf dem Papier. «Es gibt Faktoren, die unsere Altersvorsorge beeinflussen und Vorsorgelücken verursachen.», meint Corinne Meier, zweifache Mutter und Vorsorge-Expertin bei Raiffeisen. Diese sind sowohl biologischer, als auch gesellschaftlicher Natur und sorgen dafür, dass Frauen im Pensionsalter oft schlechter dastehen als Männer. Typische Frauensituationen wie Teilzeitarbeit oder Babypause werden zu Hürden in der Vorsorge.

Corinne Meier macht eine Einschätzung was den geschlechtlichen Unterschied in der Altersvorsorge ausmacht.

  

Gesellschaftliche Rollenbilder und biologische Voraussetzungen machen den Unterschied

   

Die 4 grössten Hürden, die Frauen in der Vorsorge typischerweise nehmen müssen

Babypause

 

1. Babypause

Nach Familiengründung gehen meistens die Frauen in die Babypause, und arbeiten einige Monate oder auch Jahre nicht mehr. So entstehen Beitragslücken in der Vorsorge, weil in dieser Zeit keine Zahlungen an die Pensionskasse getätigt werden. Beim Wiedereinstieg ist auch ein Karriereknick keine Seltenheit. Dieser sorgt dafür, dass weniger Geld in der Pensionskasse oder privat für die Vorsorge zurückgelegt werden kann. Oftmals bleibt das bis zur Pension spürbar.

Teilzeit

2. Teilzeit

Meist eng mit der Familiensituation und der Babypause verbunden, ist die Teilzeitarbeit. Etwa 60 % der erwerbstätigen Frauen in der Schweiz arbeiten Teilzeit, lediglich etwa 18 % der Männer. Das Schweizer Vorsorgesystem tut sich schwer damit – es ist ausgerichtet auf Vollzeitarbeit oder 100 %ige Hausarbeitstätigkeit. Die daraus resultierende Konsequenz ist, dass Teilzeitarbeitende den Mindestlohn für PK-Beträge nicht erreichen (zurzeit CHF 21'510.–/Jahr). Es entstehen weitere Beitragslücken, die sich im Alter in tieferen Einkommen aus Säule 1 und 2 (AHV und PK) auswirken.

 

Im Video erklärt Corinne Meier wie Sie trotz dieser Lücken für Ihre Zukunft optimal vorsorgen können und welchen Tipp sie Teilzeitarbeitenden Frauen geben würde:

Arbeitsreduktion und Teilzeitarbeit: Eine Zerreissprobe für die Vorsorge

Finanzkenntnisse

3. Weniger Finanzkenntnisse
Die aktuelle Studie «Vorsorgebarometer 2020» bestätigt, dass Frauen oft ein geringeres Finanzwissen als ihre Ehepartner aufweisen. In vielen Partnerschaften ist das immer noch reine Männersache. Ein Mann ist aber keine Altersvorsorge. Bei einer Scheidung oder einem frühzeitigen Tod des Ehepartners ändert sich auch die Vorsorgesituation schlagartig. Jede Frau sollte über ihre Situation den Durchblick haben – damit in einer emotional belastenden Situation nicht auch noch an dieser Front unschöne Überraschungen entstehen.

 

Corinne Meiers Tipp: «Setzen Sie sich in stabilen Verhältnissen mit Finanzthemen auseinander»

Vorsorge ist auch, sich selbst und die Liebsten abzusichern

  

Lebenserwartung

4. Höhere Lebenserwartung

Frauen werden im Schnitt älter als Männer. Dies unterstreicht die Bedeutung einer soliden Vorsorge für Frauen, da die Ersparnisse länger reichen müssen. Frauen müssen sich im Klaren sein, wie und wo sie im Alter zu leben gedenken Es hilft, verschiedene Varianten in Erwägung zu ziehen und sich auf Unvorhergesehenes einzustellen, indem man wo immer möglich die entsprechenden Reserven aufbaut. So empfiehlt es sich oft, im Rahmen der 3. Säule auf eigene Faust zusätzlich zu sparen.

Fazit: Entscheidend ist, frühzeitig mit der Vorsorge anzufangen. Denn je früher Sie sich darum kümmern, desto eher gelingt es Ihnen, die Voraussetzungen für den Lebensstandard im Alter zu schaffen, den Sie sich wünschen.

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