Märkte & Meinungen

Marktkommentar – Ein Blick auf die Börsenwoche

Das Weihnachtsgeschäft beginnt. Zahlreiche Angebote locken hungrige Konsumenten. Die Wirtschaft wird dadurch angekurbelt. Höchststände an den Börsen dürften die Kauflust unterstützen.

Chart der Woche

Bitcoin nähert sich Allzeithoch

Entwicklung des Bitcoin-Franken-Kurs seit dem 1.Januar 2017

Bitcoin nähert sich Allzeithoch

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Die digitale Währung Bitcoin ist wieder gesucht. Allein seit dem Sommer hat sich der Kurs in Franken verdoppelt. Er nähert sich damit dem Allzeithoch von Ende 2017. Die Preisentwicklung ist mitunter auf eine erhöhte Nachfrage institutioneller Anleger zurückzuführen. Für viele dürften Bitcoin-Anlagen aber spekulativ bleiben, weshalb auch weiterhin mit starken Schwankungen zu rechnen ist.

Aufgefallen

Abschreiber bei Credit Suisse

Die Schweizer Grossbank Credit Suisse muss auf ihrer Beteiligung am Hedge-Fund-Anbieter York Capital Management 450 Mio. US-Dollar abschreiben. Das Ergebnis im vierten Quartal wird leiden. Dass die CS-Aktien trotz dieser Nachricht am Dienstag den SMI anführten und fast 4 % zulegen konnten, erstaunt. Anleger scheinen der Bereinigung etwas Positives abzugewinnen.

 

Auf der Agenda

KOF Konjunkturbarometer

Am 30. November publiziert die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) ihren Konjunkturbarometer. Der vorlaufende Indikator wird zeigen, wie es um die Erholung der Schweizer Wirtschaft steht.

Das Weihnachtsgeschäft beginnt, Geld ist vorhanden

Mit Thanksgiving fiel diesen Donnerstag, dem 26. November, der Startschuss für das Weihnachtsgeschäft. Den ersten Höhepunkt markiert der «Black Friday», der Freitag nach dem traditionellen Erntedankfest. Viele Amerikaner nehmen sich an diesem Tag frei und nutzen das verlängerte Wochenende neben Familienfeiern auch für erste Weihnachtseinkäufe. Obwohl die Tradition vor allem in den USA fest verankert ist, ist sie mittlerweile auch nach Europa übergeschwappt. Kaum ein Geschäft, das nicht mit entsprechenden Angeboten lockt. Der Konsumrausch geht am Montag, dem 30. November bereits in die nächste Runde. Dann erwartet online-Shopper der «Cyber Monday». Ein Tag, der von Marketingspezialisten erfunden wurde, und die digitalen Weihnachtsverkäufe beflügeln soll.

Dieses Jahr dürften die Events zu einem grossen Einkaufsspektakel verschmelzen. Es ist davon auszugehen, dass die Konsumenten wegen Corona vermehrt digital einkaufen. Geld ist vorhanden. Die Sparquote hatte sich aufgrund der Unsicherheiten rund um die Pandemie in den vergangenen Monaten im Schnitt in vielen Ländern erhöht. Jetzt gilt es bloss, die angesparten Gelder auch auszugeben und so die Wirtschaft anzukurbeln. 

 

Optimismus beflügelt die Börse

Die Stimmung ist gekippt, die Euphorie der Anleger hat sich auch diese Woche fortgesetzt. Der Dow Jones Index in den USA kletterte auf ein Allzeithoch. Gesucht waren vor allem zyklische Werte und sogenannte Corona-Verlierer, die in der Krise übermässig gelitten haben. Tech-Werte, aber auch der eher defensive Schweizer Markt hinkten hinterher. Beide waren in der Krise ein Fels in der Brandung. Begründet wird der Optimismus der Anleger mit der Aussicht auf einen Corona-Impfstoff. Mittlerweile haben drei Unternehmen sehr erfolgversprechende Daten zu einer Corona-Impfung bekannt gegeben. In einigen Ländern wird bereits im Dezember mit ersten Impfungen gerechnet. Das nährt die Hoffnung, dass ein Ende der Pandemie in Sicht ist. 

Zudem konkretisiert sich die Regierungsbildung unter dem designierten US-Präsidenten Joe Biden. An den Börsen sorgen vor allem die Spekulationen um die Nominierung der früheren US-Notenbank-Chefin, Janet Yellen, für Freude. Yellen war bekannt für ihre expansive Geldpolitik. Die sich entspannende Lage spiegelt sich auch in der Volatilität, die sich seit Anfang November in schnellem Schritt in Richtung Vorkrisenniveau bewegt. Aus Anlegersicht ist dennoch eine gewisse Vorsicht geboten. Die wirtschaftlichen Folgen sind noch lange nicht verdaut, die Bewertungen an den Aktienmärkten sind hoch und bis die Corona-Impfungen weltweit und in der Breite wirken, dauert es wohl noch bis ins zweite Quartal des kommenden Jahres. In diesem Umfeld halten wir an unserer neutralen Aktiengewichtung fest. 

 

Der Dax wird breiter, die Qualität soll steigen

Der Wirecard-Skandal hat Folgen für den deutschen Aktienindex Dax. Der Bilanzbetrug des Finanzdienstleisters führte zu einer Reform bei der Indexzusammensetzung. Dazu gehört, dass der Index per September 2021 von 30 Unternehmen auf 40 vergrössert werden soll, um damit ein repräsentativeres Bild der deutschen Wirtschaft zu zeichnen. Die Grösse der Unternehmen wird anhand der Marktkapitalisierung der frei gehandelten Aktien bestimmt. Um die Qualität weiter zu steigern, müssen Dax-Aufsteiger während zwei Jahren vor der Aufnahme einen operativen Gewinn erzielen. Zudem führen nicht rechtzeitig publizierte Quartalszahlen postwendend zum Ausschluss aus dem Index.